All-Chemist-Reihe

Moderator: suntri

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Homeee

All-Chemist-Reihe

Beitrag von Homeee »

Hallo,

interessiere mich für die All-Chemist Baukästen und AC-2000 Reihe.
Hab noch nicht allzuviel im Forum darüber gefunden.
zum WIKI hab ich leider noch keinen Zugang.
Hätt gern gewußt, wann die beiden Reihen eingestellt wurden und was man so für vollstänige Exemplare ausgeben muss.
Ich kann die Reihen auch noch nicht richtig einordnen glaub ich.
Waren dass zu den C1 und C2-Zeiten die Einsteiger-Kästen, also vergleichbar mit dem späteren C1000 oder gabs die gleichzeitig?
Danke vorab schonmal.
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Wilhelm
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Wilhelm »

Das dürfte so hinkommen.
Die 72er Kästen waren in drei Klassen unterteilt:

Chemikus - als Einstieg

AC 2000 - zum weitermachen

C1 - als Endstufe

Der C2 der m.w. um 1974 war ja dann für weit Fortgeschrittene, für einige Versuche wurde der C1 benötigt, bzw. Teile davon.
mc71
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von mc71 »

...und schon 1974/1975 war es wieder vorbei mit dem All-Chemist 2000, weil Kosmos sein neues Experimentierkasten-Programm noch einmal überarbeitet hat: 'Spiele mit...' als günstige Einsteiger- und Grundschul-Kästen kamen hinzu, aus dem Chemikus und AC2k wurden Chemie-Junior und Chemie-Praktikum All-Chemist (wobei anders als in der Elektronik die Käszten ansonsten gleich blieben- die Luminol-Versuche im CPAC kamen IIRC noch einmal etwas später?) und beim Packungsdesign wich das düstere Schwarz mit Computer-Schriftzug dem Dreieck/Pfeil in der Kennfarbe der jeweiligen Fachrichtung, hier gelb für die Chemie.

1984 gab es noch einmal eine größere Überarbeitung, die aber im Wesentlichen auf die Verpackung beschränkt blieb (2teiliger Styropor-Einsatz statt Tiefziehplastik beim CPAC) und 1989/90 wurde das CPAC durch den heute noch aktuellen C3000 abgelöst. Nur der 'Spiele mit Chemie' wurde anno '84 bereits durch 'Chemie entdecken' abgelöst, der in mehreren Umbenennungen heute noch als 'Abenteuer Wissen: Chemie' erhältlich ist.

Und um noch ein wenig Ordnung in den 'alten' AC zu bringen: der Materialsatz blieb seit 1932 bis zur Ablösung durch AC2k und Chemikus unverändert, nur Jod mußte später zugekauft werden (anfangs waren einige Kristalle beigegeben, die aber wohl in den meisten Exemplaren bereits beim Kauf im Wortsinne verduftet waren, trotz Hightech-Abdichtung des Korkstopfens durch ein Blatt Pergamentpapier...); nur die Ausführung der Einzelteile änderte sich- beispielsweise hatten die Glasflaschen anfangs Korkstopfen, später Schraubkappen und schließlich waren die aus den späteren Kästen bekannten Plastikflaschen beigelegt.

Ähnliches kann man über das Handbuch sagen. Es gibt drei Haupt-Revisioenn: die ursprüngliche mit 150 Versuchen, die Nachkriegsvariante mit 170 Versuchen und diejenige ab 1957 mit 216 Versuchen. Dabei sind die 170 Versuche aber keine wirkliche Vermehrung; vielmehr entfielen Chlorgaselektrolyse und Alkoholdestillation. Stattdessen gab es etliche Versuche zum Wassergehalt von Schnaps- mit IMHO eher geringem Erkenntnisgewinn- und noch den ein oder anderen Zusatzversuch. Nun mag man es ja begrüßen, wenn zu einem Thema mehrere Beispiele gegegben werden. Letztlich ist es aber eher die Vergrößerung der Versuchsanzahl ohne Mehrkosten im Material... oder auch, wie ich es gern scherzhaft nenne, bloßes Nummern-Schinden.

Beim 216er-AC finden wir dagegen eine echte Neuerung, indem dem alten 170er eine Art 'Anhang für Fortgeschrittene' beigegeben wurde, der erstmals Formelzeichen und Summenformeln einführt und einen gewissen theoretischen Hintergrund zu den Versuchen gibt. An sich zu befürworten (und gut zur Bildungsoffensive jener Jahre passend), führte diese Maßnahme aber zu einem deutlichen Bruch im hinteren Teil des Handbuches. Das wurde dann erst beim AC2k behoben, der durchweg auf anspruchsvollerem Niveau geschrieben ist.

Übrigens: Der Chemikus/ Chemie Junior hat nicht nur dieselbe Anzahl Versuche wie der ursprüngliche All-Chemist... auch der didaktische Ansatz ist deutlich derselbe. Sogar der heutige C1000/C2000 arbeiten nach gleichem Schema, wenn auch der 'moralische Zeigefinger' nunmehr in der person eines Zeichenmännchens wedelt.
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helmut

Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von helmut »

mc71 hat geschrieben:...nur die Ausführung der Einzelteile änderte sich- beispielsweise hatten die Glasflaschen anfangs Korkstopfen, später Schraubkappen und schließlich waren die aus den späteren Kästen bekannten Plastikflaschen beigelegt.
Die angeblichen Korkstopfen kann ich nicht bestätigen. (Immerhin habe ich den Fröhlich All-Chemist in verschiedenen Ausführungen von etwa 1940 bis zu seiner Einstellung!)

Dies währe auch schlecht möglich, da in den frühen Ausgaben Natriumhydroxid in Stangenform beigegeben wurde. Man brauchte also nur noch Wasser aufzufüllen. Die Salzsäure musste dagegen selbst beschafft werden. Beide Flaschen waren jedoch mit einem Gummistopfen verschlossen, der auch heute noch dicht hält. (Es handelt sich dabei wohl um BUNA-Stopfen) Lediglich die Glasflaschen selbst haben mehr oder weniger gelitten, da sie aus gewöhnlichem (nicht alkali- bzw. hydrolysefesten) Glas hergestellt wurden. Ob noch frühere Kästen tatsächlich Korkstopfen hatten ist mir nicht bekannt.

Auch das beigegebene Jod (in einem braunen Reagenzglas) hat sich keineswegs so leicht verflüchtigt. Es verdampfte in den paraffinierten Korkstopfen und konnte mit etwas Brennspiritus wieder herausgelöst werden. Das Vorgehen stand entweder in der Anleitung oder auf einem beigelegten Zettel zum Kasten. Ein noch nicht benutztes Reagenzglas könnte also noch heute ausreichend Jod enthalten um die Versuche durchzuführen. Ein unversiegeltes dagegen kaum, weil entweder durch den zugefügten Alkohol der Stopfen porös wurde bzw. schon durch das Öffnen des Glases das Jod langsam entwich.

Anzumerken ist noch das die ersten Spiritusbrenner aus Messingblech und nicht aus Aluminium gefertigt waren. Dadurch war eine Korrosion durch den Brennspiritus praktisch ausgeschlossen. Bei bespielten Kästen späterer Auflagen ist der Brenner dagegen häufig beschädigt oder fehlt ganz. Beim Nachfolger des Fröhlich All-Chemist trifft dies auf die Kappe des Brenners bzw. auf den Dochthalter zu.
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Uranylacetat
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Uranylacetat »

Ja, der gute KOSMOS All-Chemist 2000.. :P Den schenkte mir eine weitaus ältere Cousine 1975 zum meinem Geburtstag... :wink:

Dann ging es über C1 und C2 weiter zum richtigen Hobbychemie-Labor im Sinne von Römpp und Raaf... Waren das noch schöne Zeiten! :mrgreen:
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All-Chemist (1956)

Beitrag von Elektron »

  1. Gebrannter Kalk (Calciumoxid; Weichbranntkalk/Mittelbranntkalk/Hartbranntkalk)
  2. Natronpulver (Natriumhydrogencarbonat)
  3. Weinsäure (Weinsteinsäure; L-(+)-Weinsäure?, E334)
  4. Eisenpulver und Eisendraht (Eisenspäne)
  5. Kaliumpermanganat(Wikipedia: Permanganatstäube verursachen am Auge eine Trübung der Hornhaut. Hmm.)
  6. Jod (Unbekannte Menge Jod-Kristalle? und 20 Tropfen Brennspiritus)
  7. Rotes Blutlaugensalz (Rotkali)
  8. Gelbes Blutlaugensalz (Gelbkali)
  9. Gerbsäure (Tannin?)
  10. Zitronensaures Eisen ((Grünes?) Ammoniumeisencitrat; in Cyanotypie verwendbar)
  11. Kupfervitriol (Kupfersulfat)
  12. Salmiaksalz (Ammoniumchlorid; in Diazotypie verwendbar)
  13. Flasche für Salzsäure (5 Teile Wasser ein Teil Säure???)
  14. Flasche für Natronlauge (x g NaOH mit Wasser aufgießen???)
  15. Grundplatte (Lochgröße, Ausführungen, Abmessungen?)
  16. Spirituslampe (Hitzeentwicklung?, Fassungsvermögen?, Material?)
  17. Kocheraufsatz (Abstand zur Hitzequelle)
  18. Emailschale (Form? Außendurchmesser/Innendurchmesser an Kante und Boden?)
  19. Probierglasbürste
  20. Probierglashalter
  21. Vier Probiergläser (Form? Abmessungen?, werden in den Versuchen zum Teil als Volumenmaß benutzt)
  22. Filtrierpapier (Porengröße?)
  23. Lackmuspapier (Gibt es Unterschiede?)
  24. Gewinkeltes Glasrohr
  25. Korkstopfen mit Bohrung (Abmessungen?)
  26. Korkstopfen ohne Bohrung
  27. Magnesiumband
  28. Metallzange (Wie groß? Federkraft?)
  29. Anleitungsbuch 1956
Scheint grundsätzlich alles legal beschaffbar zu sein (mit EVE für Kaliumpermangnat und anderes?)? Wobei die Versandkosten wahrscheinlich stark zu Buche schlagen werden. Von den überschüssigen Mengen gar nicht zu sprechen.
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ChemieFreiheit
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Re: All-Chemist (1956)

Beitrag von ChemieFreiheit »

Hast du das Anleitungsheft?

Da es scheint dass du die Versuche mit Geräten die Originalabmessungen haben durchführen willst hast du ein Problem wenn dir die Grundplatte, der Spiritusbrenner und der Kocheraufsatz fehlt. Es sei denn du findest das in irgendwelchen Kleinanzeigen oder Auktionen. Ebenso der Korkstopfen ohne Bohrung.

Ansonsten kannst du ohne geringste Nachteile auch eine moderne Grundplatte vom KOSMOS Ersatzteilservice verwenden, ebenso den Spiritusbrenner. Statt Kocheraufsatz nimmst die aktuelle Ausführung vom Brennergestell (Dreifuß gibt’s nicht mehr) und Drahtnetz.

Zu deinen Fragen:
Weinsäure: Denk nicht so kompliziert, kauf einfach Weinsäure
Jod Menge weiß ich auch nicht, ist aber unkritisch für diese Versuche. Eine Tinktur welche Jod(-verbindungen) enthält aus der Apotheke ist völlig ausreichend. Ansonsten aus Kaliumiodid herstellen...
Gerbsäure Ja, Tannin
Ammoniumeisencitrat Ich denke es geht hier einfach um eisen(III) da ist es dann egal.
Salzsäure 10%ig
Natronlauge 4%ig
Grundplatte PROBLEM
Spirituslampe Entweder neue Version oder PROBLEM
Kocheraufsatz PROBLEM
Abdampfschale Die Version von 1956 zwar etwas flacher und größer im Durchmesser, aber für das Gelingen der Versuche wird auch die vom KOSMOS Ersatzteilservice bestellbare genügen (gleiche Abmessungen wie im All Chemist 2000, C1, C1500/C2000/C3000.
Probierglasbürste Aktuelle Version vom Ersatzteilservice passt
Probierglashalter Aktuelle Version vom Ersatzteilservice passt
Probiergläser Die Abmessungen haben sich kaum geändert, bestell dir einfach welche beim KOSMOS Ersatzteilservice.
Filtrierpapier Das runde Filterpapier das man vom Ersatzteilservice bekommt hat möglicherweise anderen Durchmesser. Dass die Beschaffenheit großartig anders ist, kann ich mir kaum vorstellen.
Lackmuspapier Das blaue Lackmuspapier das man vom Ersatzteilservice bekommt ist zwar anders geschnitten, ist aber ansonsten identisch.
Gewinkeltes Glasrohr Die Schenkellängen waren damals geringfügig anders, aber für das Gelingen der Versuche genügt die aktuell vom Ersatzteilservice beziehbare Version.
Korkstopfen mit Bohrung
Korkstopfen ohne Bohrung PROBLEM nimm den Gummistopfen ohne Bohrung
Magnesiumband Ersatzteilservice
Metallzange Eine Zuckerzange einfacher Ausführung wird die Versuche gelingen lassen

Möglicherweise kannst du Ammoniumeisen(iii)-sulfat vom Ersatzteilservice nehmen statt Ammoniumeisen(iii)-citrat.
Gruß,

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Re: All-Chemist (1956)

Beitrag von Elektron »

Danke für deine Antwort/Anmerkungen.

Geräteabmessungen sind wohl halb so eng so lange sie in groben Zügen passen (Siedeverzug in Probiergläsern mit kl. Durchmesser, Abstand zur Flamme, Brennerleistung)
ChemieFreiheit hat geschrieben: Salzsäure 10%ig
Natronlauge 4%ig
Hast du den Kasten? (Gewichtsanteile wahrscheinlich. (Nebenbei bemerkt (mol/l)-Angaben sind ein wenig lästig, Da Druck-/Temperaturabhängig.))
[/quote]

Kaliumiodid / Iod sind als CMR-Stoffe eingestuft, und dürfen anscheinend nicht an Privatpersonen abgegeben werden.
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ChemieFreiheit
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Re: All-Chemist (1956)

Beitrag von ChemieFreiheit »

Elektron hat geschrieben:Siedeverzug in Probiergläsern mit kl. Durchmesser
Falls dir der Ersatzteilservice zu teuer ist:115x20mm. Interessiert dich die Wandstärke und Zusammensetzung des Glases? :wink:
Elektron hat geschrieben:Abstand zur Flamme, Brennerleistung
Abstand: Siehe Anleitung, Brennerleistung abhängig wie weit der Docht herausgezogen ist und in den Kosmos-Anleitungen wird (für manche Versuche) nur gesagt das der Docht weiter herausgezogen werden soll, aber nicht um wieviele Millimeter.
ChemieFreiheit hat geschrieben:Salzsäure 10%ig
In älteren Ausgaben: 5 Teile Wasser 1 Teil Säure.
ChemieFreiheit hat geschrieben:Natronlauge 4%ig
In älteren Ausgaben: 2g NaOH und Flasche mit Wasser auffüllen.
Elektron hat geschrieben:Hast du den Kasten?
Ich habe den letzten Chemiebaukasten, den Dr. Wilhelm Fröhlich herausbrachte, den All Chemist von 1970.
Elektron hat geschrieben:Gewichtsanteile wahrscheinlich. (Nebenbei bemerkt (mol/l)-Angaben sind ein wenig lästig, Da Druck-/Temperaturabhängig
Ja, Massenprozente. Was soll die übertriebene Genauigkeit?
Elektron hat geschrieben:Kaliumiodid / Iod
Kauf einfach Jodtinktur aus der Apotheke, das funktioniert.

Hast du das Anleitungsheft? Möchtest du alle Versuche durchführen?
Gruß,

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Re: All-Chemist (1956)

Beitrag von Elektron »

ChemieFreiheit hat geschrieben:
Elektron hat geschrieben:Siedeverzug in Probiergläsern mit kl. Durchmesser
Falls dir der Ersatzteilservice zu teuer ist:115x20mm. Interessiert dich die Wandstärke und Zusammensetzung des Glases? :wink:
Elektron hat geschrieben:Abstand zur Flamme, Brennerleistung
Abstand: Siehe Anleitung, Brennerleistung abhängig wie weit der Docht herausgezogen ist und in den Kosmos-Anleitungen wird (für manche Versuche) nur gesagt das der Docht weiter herausgezogen werden soll, aber nicht um wieviele Millimeter.
ChemieFreiheit hat geschrieben:Salzsäure 10%ig
In älteren Ausgaben: 5 Teile Wasser 1 Teil Säure.
ChemieFreiheit hat geschrieben:Natronlauge 4%ig
In älteren Ausgaben: 2g NaOH und Flasche mit Wasser auffüllen.
Elektron hat geschrieben:Hast du den Kasten?
Ich habe den letzten Chemiebaukasten, den Dr. Wilhelm Fröhlich herausbrachte, den All Chemist von 1970.
Elektron hat geschrieben:Gewichtsanteile wahrscheinlich. (Nebenbei bemerkt (mol/l)-Angaben sind ein wenig lästig, Da Druck-/Temperaturabhängig
Ja, Massenprozente. Was soll die übertriebene Genauigkeit?
Elektron hat geschrieben:Kaliumiodid / Iod
Kauf einfach Jodtinktur aus der Apotheke, das funktioniert.

Hast du das Anleitungsheft? Möchtest du alle Versuche durchführen?
Wäre alles relevant (Borosilicatglas sollte aber reichen). Am meisten zählt wohl, dass das Reagenzglas als Volumenmaß gebraucht wird. (Zusammen mit den anderen Gefäßen).
5 Teile Wasser 1 Teil Säure (Soll das eigentlich 5/6 H2O & 1/6 HCl als Volumenmaß sein?)

Gibt es Jodtinktur überhaupt noch?
>Wikipedia: Spätestens seit den 1960er-Jahren sind beide Präparate obsolet und durch bessere (z. B. Povidon-Iod) ersetzt.
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Re: All-Chemist (1956)

Beitrag von ChemieFreiheit »

Elektron hat geschrieben:5 Teile Wasser 1 Teil Säure (Soll das eigentlich 5/6 H2O & 1/6 HCl als Volumenmaß sein?)
Was denn sonst?
Elektron hat geschrieben:Gibt es Jodtinktur überhaupt noch?
>Wikipedia: Spätestens seit den 1960er-Jahren sind beide Präparate obsolet und durch bessere (z. B. Povidon-Iod) ersetzt.
Hier mit Mehl:
IMG_5188_small33.jpg
Stärkenachweis mit Povidon-Jod
IMG_5188_small33.jpg (183.14 KiB) 20146 mal betrachtet
Stärkenachweis mit Povidon-Jod
Stärkenachweis mit Povidon-Jod
IMG_5188_small33.jpg (183.14 KiB) 20146 mal betrachtet
Gruß,

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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Elektron »

Providon-Iod: Die Reaktion ist anscheinend etwas langsamer und eventuell schwer zu erkennen (Mehl & Providon-Jod hab ich auch schon probiert).
http://netexperimente.de/sci2go/20.html
25 Tropfen Beta-Isodona & kleines Fläschchen Wasser
Probier ich mal.

Nachfolgende Zitate sind auf Brauerei-Verwendung bezogen.
http://lists.netbeer.org/pipermail/hbf/ ... 03426.html
Wässrige Iod / Kaliumiodid Lösung in der Konzentration n/50 eignet sich am
besten als "Braueriod". n/50 steht dabei für 0,02 "normal". Normalität ist eine
veraltete Bezugsgrösse, n/50 entspricht M/50 = 0,02M bzw. 0,02 "Molar". Eine
solche Lösung enthält etwa 5g Iod (I2) und 10g Kaliumiodid (KI) pro Liter.

Warum der Zusatz von KI?
Elementares Iod löst sich sehr schlecht bzw. nur sehr langsam in Wasser. Durch
Zusatz von KI entsteht ein leicht löslicher Iod-Kaliumiodid Komplex (I2 * 3KI).
http://lists.netbeer.org/pipermail/hbf/ ... 03430.html
...Im Ernst: Funktionieren tut das schon, aber das "klassische"
Braueriod ist dennoch besser. Damit das Iod die Stärke färben kann, muss
es mit Ihr einen "Einlagerungskomplex" bilden. In der Betaisodona Lösung
ist das Iod aber bereits als Komplex an ein gelöstes Polymer (Polidon)
gebunden. Nur ein sehr geringer Anteil freies Iod wird aus dieser
Bindung freigesetzt - daher ist es auch in der Desinfektion viel
hautverträglicher als die klassische Tinktur.

In der I2/KI (Braueriod) Lösung ist der "frei verfügbare" Iodanteil, der
sich an die Stärke binden kann, wesentlich höher. Wer beide Varianten
zur Hand hat, kann die Konsequenzen leicht selbst überprüfen: Einfach
mal mit kaltem Wasser eine Weizenmehlsuppe anrühren, in dünner Schicht
auf 2 weisse Porzellanteller aufteilen und je 1-2 Tropfen Betaisodona
bzw. Braueriod zugeben. Braueriod färbt schlagartig blauschwarz. Beta
breitet sich zunächst braun (der natürlichen Farbe des Iods) aus und
wird allmählich blau, schließlich ebenfalls schwarzblau - praktisch die
selbe Reaktion, aber in Superzeitlupe - faszinierend anzusehen!

...NUR: Wir benötigen eigentlich keinen verlässlichen Nachweis für
grosse Stärkemengen, wie sie zu Beginn des Maischens auftreten, sondern
für Stärkespuren (die noch dazu nicht mehr blau, sondern rotviolett
färben) in der Phase der Endverzuckerung und dafür vertraue ich lieber
auf die Reaktivität des klassischen Braueriods.
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Uranylacetat »

Die gewünschte "Lugiolsche Lösung" zum Stärke-Nachweis (Jod-Probe) läßt sich doch einfach herstellen:

Herstellen von Iod-Kaliumiodid-Lösung (Lugolsche Lösung)

Die klassische Jodtinktur ist eine 5%ige Lösung von Jod in 96%igem Weingeist. Sie wird mit der Zeit sauer, weil sich Jodwasserstoffsäure bildet.

Eine andere jodhaltige Lösung; besteht nach dem Deutschen Arzneibuch (10. Ausgabe) aus 2,5 Teilen Jod, 2,5 Teilen Kaliumjodid, 28,5 Teilen Wasser und 66,5 Teilen 90 %igem Äthanol (Weingeist, Ethanol).....
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

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Wilhelm
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Wilhelm »

Povidon-Iod reagiert in der Tat sehr langsam, bis manchmal gar nicht.

Lugolsche Lösung ist nicht nur das Mittel der Wahl zum Stärkenachweis, ihr wird auch eine ganze Liste von Verbesserungen zur Gesundheit zugeschrieben, bei Interesse einfach Internet. Mal abgesehen davon, wer in der Nähe eines Atomkraftwerkes wohnt sollte auch ein Fläschen zu Hause haben :wink:

Warum ist Lugol'sche Jodlösung den Kaliumiodid-Tabletten vorzuziehen?

http://www.j-lorber.de/gesund/ernaehrung/jod.htm#Warum ist Lugol'sche Jodlösung den Kaliumiodid-Tabletten vorzuziehen?
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von ChemieFreiheit »

Elektron hat geschrieben: Kaliumiodid / Iod sind als CMR-Stoffe eingestuft, und dürfen anscheinend nicht an Privatpersonen abgegeben werden.
Habe ich gerade für 4EUR und ein paar Cent von der Online-Apotheke geliefert bekommen:
IMG_5205_small33.JPG
Alkoholische Jod-Kaliumiodid-Lösung
IMG_5205_small33.JPG (82.44 KiB) 20036 mal betrachtet
Alkoholische Jod-Kaliumiodid-Lösung
Alkoholische Jod-Kaliumiodid-Lösung
IMG_5205_small33.JPG (82.44 KiB) 20036 mal betrachtet
IMG_5206_small33.JPG
Alkoholische Jod-Kaliumiodid-Lösung
IMG_5206_small33.JPG (66.33 KiB) 20036 mal betrachtet
Alkoholische Jod-Kaliumiodid-Lösung
Alkoholische Jod-Kaliumiodid-Lösung
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Elektron »

ChemieFreiheit hat geschrieben:
Elektron hat geschrieben: Kaliumiodid / Iod sind als CMR-Stoffe eingestuft, und dürfen anscheinend nicht an Privatpersonen abgegeben werden.
Habe ich gerade für 4EUR und ein paar Cent von der Online-Apotheke geliefert bekommen:
Ich frage mich ob die Abgabemöglichkeit konzentrationsabhängig ist?

Hier das Sicherheitsdatenblatt für eine 2%ige/5%ige Lösung:
http://shop.es-drei.de/documents/sdb/SD ... g_2_DE.pdf
http://shop.es-drei.de/documents/sdb/SD ... g_5_DE.pdf
Nach derzeitigem Kenntnisstand keine CMR-Wirkungen bekannt.
Bei Jod-Kristallen/Kaliumiodid sähe die Sache wahrscheinlich anders aus.

Seltsamerweiße gibt es keine entsprechenden Gefahrenhinweise auf den Seiten für I2 und KI.

GESTIS hat das Warnsymbol drin:
http://gestis.itrust.de/nxt/gateway.dll ... lt.htm$3.0
Aus einigen Fallstudien liegen Hinweise vor, dass hohe Iod-Aufnahme (pharmakologisch wirksame Dosen) während der Schwangerschaft bei Neugeborenen zu Funktionsstörungen der Schilddrüse führen kann. [7985] Diese Studien lassen jedoch keine Schlussfolgerungen für berufliche Expositionsbedingungen zu. [99999]
ECHA hat es nicht drin:
https://echa.europa.eu/en/information-o ... tails/3290

Also ein Fall für den Beipackzettel?
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von ChemieFreiheit »

Hallo Elektron,

und, bist du weiter gekommen mit der Beschaffung deiner Geräte und Substanzen?
Gruß,

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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Elektron »

Ja. Durchgeführt hab ich aber noch keine Versuche aus diesem Kasten. Abgesehen vielleicht vom Stärkenachweis, wie oben berichtet.
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von claudiopaolo »

Ich habe vor kurzem reines Iod einfach in der Bucht bestellt. Scheint sich allerdings nicht um einen deutschen Anbieter zu handeln. Außerdem war die Verpackung Mist: Durch den Boden der Kunststoffdose ist Iod rausdiffundiert und hat mir mein weißes Regalbrett versaut :evil: .
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von ChemieFreiheit »

Willkommen hier, claudiopaolo.

Wusste ich auch noch nicht dass das Zeug durch Kunststoff diffundiert :shock:

Probier's mal mit einer Lösung von Natriumthiosulfat (Fixiersalz) um die Flecken wegzubekommen.

[edit]Oder warte eine Zeit. Es diffundiert bzw. sublimiert mit der Zeit.[/edit]
Gruß,

ChemieFreiheit
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Uranylacetat »

Das hat was mit dem Dampfdruck des des elementaren Iods zu tun: Der Dampfdruck von Iod beträgt bei Raumtemperatur ca. 20 Pa. Offen an der Luft liegendes Iod sublimiert mit der Zeit in die Gasphase ab.

Auch der deutliche Geruch vieler organischer Feststoffe deutet auf einen nicht zu vernachlässigenden Dampfdruck hin. Als Beispiele seien Naphthalin oder das bis in die 1980er verwendete Mottenvernichtungsmittel "Globol" (100% p-Dichlorbenzol) genannt...
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von PhilVonnerinsel »

Moin Moin aus Hamburg!

Ich habe euer Forum gerade beim Durchforschen des Internets gefunden. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen :-)

Ich bin angehender Biologielehrer und habe beim Entrümpeln einer aufgegebenen Außenstelle einer Schule einen möglichen Schatz gehoben;

Es handelt sich um einen vollständigen und gut erhaltenen "All-Chemist 2000" von kosmos aus dem Jahr 1973. So weit ich das beurteilen kann, sind alle Chemikalien von der Art, dass ihnen das Alter des Kastens nicht allzuviel ausmacht. Wenn ich beim Durchstreifen des Forums einen falschen Eindruck bekommen habe, tut es mir leid, aber es scheint mir, dass sich hier einige Menschen mit Kenntnis und Leidenschaft für solcherlei Schmuckstücke tummeln ;)

WIe sind eure Erfahrungen damit, so etwas über eBay zu veräußern? Welche Preise sind realistisch? Bei mir würde der Kasten auch nur herumstehen und vielleicht findet sich ja ein*e Liebhaber*in?

Liebe Grüße

Phil
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Wilhelm »

Hallo, wenn der Kasten wirklich so gut erhalten ist, sind 40 Euro drin. Ich habe aber schon einen ;-)
Nach meinen Erfahrungen sind die Substanzen immer noch ok, bis auf das Kalziumoxid ,das sich wieder in den Kalk Kreislauf eingereiht hat.

Es ist aber immer schwierig hier Voraussagen zu machen.

Warum überlasst ihr den Kasten nicht dem Chemielehrer der Schule, als Anschauungsobjekt wie erfrischend und interessant selbstständiges Experimentieren einmal wahr. Man glaubt es oft selbst nicht wie naiv die Schüler auf bestimmten Grundlagen Gebieten geworden sind. Heute Bsw. fragte mich ein junger Arbeitskollege dem ich meine analoge Spiegelreflexkamera zeigte "wo ist das Display?" :|
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Uranylacetat »

Nun bin ich offensichtlich der Besitzer dieses gut erhaltenen und fast kompletten KOSMOS All-Chemist 2000 geworden <freu> 8) ... Es fehlte in der Tat nur der Trichter, den ich aus einem anderen - nicht ganz so vollständigen Kasten aus 1971- ergänzt habe.

Der "neue" ist wurde überhaupt nicht benutzt und die Chemikalien vollständig vorhanden. Selbst das hygroskopische Kobaltchlorid ist gut erhalten! Dieser Kasten war nämlich 1975 meine "Einstiegsdroge", bevor es mit über den C1 und C2 mit großen Heimlabor und Experimentierbüchern von Römpp/Raaf und Waselowsky weiterging und 1986 endete ...
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Physiker66 »

Gratuliere!

Mit dem gleichen Kasten hat es für mich begonnen, aber dann schaffte ich es den Keller zu überfluten und meine Chemischen Experimente wurden für mehrere Jahre unterbrochen :( Den Kasten habe ich noch!

liebe Gruesse
Michael

P.S.:Endete?
:oops: Selbst ein schlechtes Experiment bildet die Wirklichkeit besser ab als eine gute Simulation.
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Uranylacetat
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Re: All-Chemist-Reihe

Beitrag von Uranylacetat »

Hallo @Physiker66,

zu näheren Erklärung und mehr von mir: EXPERIMENTIERKÄSTEN - Wer erinnert sich? ... 8)

Gruß Jochen
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