Kamoden 360 TRCX-A
Moderator: suntri
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Kamoden 360 TRCX-A
Der Sticker sagt AK-7099, aber links unten unter dem Glas steht die richtige Bezeichnung: 360 TRCX-A.
Interessant ist der Eingangswiderstand bei Gleichspannung von 100kΩ/V. Andere analoge Multimeter ohne aktivem Eingang haben in der Regel nur 20kΩ/V. Mehr Informationen gibt es auf https://www.radiomuseum.org/r/kamoden_m ... _trcx.html.
Der Widerstand auf dem Gerät war defekt; der Wert ist sehr ungewöhnlich: 9,5Ω 1% (weiß?, grün, schwarz, silber, braun). Ich habe nirgends einen passenden Widerstand gefunden. Seltsam ist auch, dass der Widerstand bei 1% nur 3 Werte aufweist. Da ich keinen 9,53Ω zur Hand hatte, habe ich den Wert mit Hilfe von Widerständen zusammengebastelt.
Leider ist meine Gerät bei höheren Spannungen nicht besonders genau (Abweichungen > 20%). Falls jemand Erfahrung mit der Eichung dieses Multimeters hätte, ich würde mich über Tipps, Anleitungen oder Schaltpläne freuen. Es gibt eine Anleitung und Schaltplan auf RadioMuseum.org, aber der Schaltplan enthält leider keine Werte, und die Anleitung keine Informationen über die Kalibrierung.
Interessant ist der Eingangswiderstand bei Gleichspannung von 100kΩ/V. Andere analoge Multimeter ohne aktivem Eingang haben in der Regel nur 20kΩ/V. Mehr Informationen gibt es auf https://www.radiomuseum.org/r/kamoden_m ... _trcx.html.
Der Widerstand auf dem Gerät war defekt; der Wert ist sehr ungewöhnlich: 9,5Ω 1% (weiß?, grün, schwarz, silber, braun). Ich habe nirgends einen passenden Widerstand gefunden. Seltsam ist auch, dass der Widerstand bei 1% nur 3 Werte aufweist. Da ich keinen 9,53Ω zur Hand hatte, habe ich den Wert mit Hilfe von Widerständen zusammengebastelt.
Leider ist meine Gerät bei höheren Spannungen nicht besonders genau (Abweichungen > 20%). Falls jemand Erfahrung mit der Eichung dieses Multimeters hätte, ich würde mich über Tipps, Anleitungen oder Schaltpläne freuen. Es gibt eine Anleitung und Schaltplan auf RadioMuseum.org, aber der Schaltplan enthält leider keine Werte, und die Anleitung keine Informationen über die Kalibrierung.
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There are only three hard things in computer science - naming things and counting
Re: Kamoden 360 TRCX-A
Falls es für Dich noch Interessant ist, oder aber für andere Suchende:
Ich bin seit gestern auch Besitzer dieses Schätzchens in einem sehr guten Zustand und habe Unterlagen gesucht, gefunden und analysiert.
Die Multimeter AK-7099, Kamoden 360-TRCX, Monacor MT-450, ALCRON 460-C, NYCE 360TRCX und DICK SMITH Q-1140 sind baugleich. Für das Q-1140 habe ich eine ausführliche englische Anleitung mit Schaltbild und Bauteilwerten gefunden: https://cwispy.com/wp-content/uploads/2 ... -Q1140.pdf. Die reale Schaltung beim AK-7099 (eventuell bei den anderen Modellen auch) weicht etwas ab.
Mein Gerät arbeitet sehr präzise und die meisten Bauteilwerte können per Spice bestätigt werden, so dass Abweichungen in bestimmten Messbereichen auf Toleranzen der Teiler-Widerstände deuten. Natürlich muss vor einem Abgleich sichergestellt werden, dass die Schalter sauberen Kontakt haben. Auch sollten neue Batterien eingesetzt werden (auch wenn die originalen Batterien von 1979 bei mir noch wie neu aussehen
) und alle Schalter zur Betriebsart richtig stehen.
1. Grundabgleich:
Das Messwerk hat nicht wie angegeben 8,5µA sondern 9,5µA Empfindlichkeit, R1 besteht aus einer Reihenschaltung aus 6k2 und einem Poti.
Man speist exakt 250mV DC an der Buchse "10µA/250mV" ein und regelt das Poti am Messwerk (unter den Batterien) auf Endausschlag.
Alle DC-V-Bereiche bis 250V, DC-A-Bereiche und Widerstandsbereiche sollten nun mit hoher Genauigkeit arbeiten.
Auch die AC-Spannungen sollten ausreichend genau zu messen sein, sonst die Dioden D1 und D2 prüfen.
2. 1000VDC-Bereich:
Für den Widerstand R7 sind in der Bauteilliste 8k angegeben, rechnerisch sollten es 8k325 sein. Hat das Messgerät in diesem Bereich Abweichungen, kann dies der Grund sein. Ich habe das bei meinem Teil noch nicht getestet, es ist jedoch ein 8k33 Widerstand bestückt.
3. AC-Stromabgleich 10A:
R24 besteht aus einem Festwiderstand und eine Trimmpoti links vom Batteriehalter (von hinten gesehen). Damit kann die AC-Stromanzeige abgeglichen werden.
4. Kapazitätsbereiche:
Für die Kapazitätsmessung erzeugt ein kleiner Generator ca. 1V mit ca. 1kHz. Jeder Bereich hat ein eigenes Trimmpoti. Auch hier weicht die Realität vom Schaltbild bzw. der Bauteilliste ab.
CI-Bereich: R28 besteht aus 100R Trimmpoti und 51R Festwiderstand in Reihe
CII-Bereich: R29 besteht aus 10k Trimmpoti und 5k1 Festwiderstand in Reihe
Beim Abgleich zuerst die Messleitungen kurzschließen, den roten Taster drücken und mit ADJ auf Endausschlag stellen. Dann einen bekannten Kondensator mit Wert der Skalenmitte (~700nF bzw. ~10nF) anschließen und mit dem zugeordneten Trimmpoti (R28 oder R29) den Anzeigewert auf den Istwert des Messkondensators justieren.
5. Transistor HFE:
der Messwert ist etwas zu gering, R26 (300R) müsste besser 317R-325R sein.
Damit sollte der Abgleich erledigt sein.
Sollte jemand einen guten Scan der Anleitung für das AK-7099 haben, bin ich gerne Abnehmer.
LG McGyver
Ich bin seit gestern auch Besitzer dieses Schätzchens in einem sehr guten Zustand und habe Unterlagen gesucht, gefunden und analysiert.
Die Multimeter AK-7099, Kamoden 360-TRCX, Monacor MT-450, ALCRON 460-C, NYCE 360TRCX und DICK SMITH Q-1140 sind baugleich. Für das Q-1140 habe ich eine ausführliche englische Anleitung mit Schaltbild und Bauteilwerten gefunden: https://cwispy.com/wp-content/uploads/2 ... -Q1140.pdf. Die reale Schaltung beim AK-7099 (eventuell bei den anderen Modellen auch) weicht etwas ab.
Mein Gerät arbeitet sehr präzise und die meisten Bauteilwerte können per Spice bestätigt werden, so dass Abweichungen in bestimmten Messbereichen auf Toleranzen der Teiler-Widerstände deuten. Natürlich muss vor einem Abgleich sichergestellt werden, dass die Schalter sauberen Kontakt haben. Auch sollten neue Batterien eingesetzt werden (auch wenn die originalen Batterien von 1979 bei mir noch wie neu aussehen
1. Grundabgleich:
Das Messwerk hat nicht wie angegeben 8,5µA sondern 9,5µA Empfindlichkeit, R1 besteht aus einer Reihenschaltung aus 6k2 und einem Poti.
Man speist exakt 250mV DC an der Buchse "10µA/250mV" ein und regelt das Poti am Messwerk (unter den Batterien) auf Endausschlag.
Alle DC-V-Bereiche bis 250V, DC-A-Bereiche und Widerstandsbereiche sollten nun mit hoher Genauigkeit arbeiten.
Auch die AC-Spannungen sollten ausreichend genau zu messen sein, sonst die Dioden D1 und D2 prüfen.
2. 1000VDC-Bereich:
Für den Widerstand R7 sind in der Bauteilliste 8k angegeben, rechnerisch sollten es 8k325 sein. Hat das Messgerät in diesem Bereich Abweichungen, kann dies der Grund sein. Ich habe das bei meinem Teil noch nicht getestet, es ist jedoch ein 8k33 Widerstand bestückt.
3. AC-Stromabgleich 10A:
R24 besteht aus einem Festwiderstand und eine Trimmpoti links vom Batteriehalter (von hinten gesehen). Damit kann die AC-Stromanzeige abgeglichen werden.
4. Kapazitätsbereiche:
Für die Kapazitätsmessung erzeugt ein kleiner Generator ca. 1V mit ca. 1kHz. Jeder Bereich hat ein eigenes Trimmpoti. Auch hier weicht die Realität vom Schaltbild bzw. der Bauteilliste ab.
CI-Bereich: R28 besteht aus 100R Trimmpoti und 51R Festwiderstand in Reihe
CII-Bereich: R29 besteht aus 10k Trimmpoti und 5k1 Festwiderstand in Reihe
Beim Abgleich zuerst die Messleitungen kurzschließen, den roten Taster drücken und mit ADJ auf Endausschlag stellen. Dann einen bekannten Kondensator mit Wert der Skalenmitte (~700nF bzw. ~10nF) anschließen und mit dem zugeordneten Trimmpoti (R28 oder R29) den Anzeigewert auf den Istwert des Messkondensators justieren.
5. Transistor HFE:
der Messwert ist etwas zu gering, R26 (300R) müsste besser 317R-325R sein.
Damit sollte der Abgleich erledigt sein.
Sollte jemand einen guten Scan der Anleitung für das AK-7099 haben, bin ich gerne Abnehmer.
LG McGyver
Zuletzt geändert von McGyver am 25.10.2025, 20:42, insgesamt 3-mal geändert.
Re: Kamoden 360 TRCX-A
noch eine Auffälligkeit zur Transistormessung in Stellung Ico:
misst man einen defekten Transistor (CB-Schluss, falscher Typ oder falsch angeschlossen) oder brückt man den Messeingang + und - liegt die Batteriespannung von 3V am DC 250mV-Eingang und Überlastet das Messwerk mit einem Strom von bis zu 120µA (ohne Wirkung von Begrenzer V). Da kann man nur darauf hoffen, dass das Schutzelement "V" intakt ist und die Spannung am Messwerk wirksam begrenzt. Vorsicht ist geboten...
misst man einen defekten Transistor (CB-Schluss, falscher Typ oder falsch angeschlossen) oder brückt man den Messeingang + und - liegt die Batteriespannung von 3V am DC 250mV-Eingang und Überlastet das Messwerk mit einem Strom von bis zu 120µA (ohne Wirkung von Begrenzer V). Da kann man nur darauf hoffen, dass das Schutzelement "V" intakt ist und die Spannung am Messwerk wirksam begrenzt. Vorsicht ist geboten...
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Re: Kamoden 360 TRCX-A
Hallo @McGyver,
vielen Dank für die detaillierten Informationen und das Schaltbild mit Bauteilwerten. Also habe ich mich doch nicht mit dem 9.5 Ohm Widerstand geirrt.
Leider habe ich das Messgerät nicht mehr. Ich habe dummerweise in der Zwischenzeit aufgegeben.
vielen Dank für die detaillierten Informationen und das Schaltbild mit Bauteilwerten. Also habe ich mich doch nicht mit dem 9.5 Ohm Widerstand geirrt.
Leider habe ich das Messgerät nicht mehr. Ich habe dummerweise in der Zwischenzeit aufgegeben.
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Re: Kamoden 360 TRCX-A
bei Messgeräten ist es nicht unüblich, Sonderwerte bei den Teilerwiderständen zu verwenden, so wie bei dem 9R5.
Manche Widerstände sind "Opferelemente" zum Schutz des Messwerkes und brennen dann auch häufiger durch (z.B. R2 15K). Man sollte nicht meinen, es sei ein zu schwacher Widerstand werksseitig verwendet worden und beim Ersatz einen stärkeren verwenden. Dies könnte bei der nächsten Überlastung zum Totalschaden führen.
Schade, dass Du das Messgerät nicht mehr hast. Es war damals ein Topgerät und ist es heute auch noch. Nicht für jede Messung braucht man 5 Nachkommastellen und manche Messungen sind mit einem Zeigerinstrument aussagekräftiger. Mein Fluke hat zwar einen Laufbalken als Zeigersimulation, man vermisst dennoch das richtige Analoginstrument. Und jedes Mal das Röhrenvoltmeter rauskramen, ist auch unpraktisch.
So bin ich nun glücklich, nachdem mein altes Zeigerinstrument vor langer Zeit den Messwerksgeist aufgab, wieder ein richtiges und genaues Analogmultimeter in meiner Sammlung zu haben. Das gebe ich nicht mehr her...
LG McGyver
Manche Widerstände sind "Opferelemente" zum Schutz des Messwerkes und brennen dann auch häufiger durch (z.B. R2 15K). Man sollte nicht meinen, es sei ein zu schwacher Widerstand werksseitig verwendet worden und beim Ersatz einen stärkeren verwenden. Dies könnte bei der nächsten Überlastung zum Totalschaden führen.
Schade, dass Du das Messgerät nicht mehr hast. Es war damals ein Topgerät und ist es heute auch noch. Nicht für jede Messung braucht man 5 Nachkommastellen und manche Messungen sind mit einem Zeigerinstrument aussagekräftiger. Mein Fluke hat zwar einen Laufbalken als Zeigersimulation, man vermisst dennoch das richtige Analoginstrument. Und jedes Mal das Röhrenvoltmeter rauskramen, ist auch unpraktisch.
So bin ich nun glücklich, nachdem mein altes Zeigerinstrument vor langer Zeit den Messwerksgeist aufgab, wieder ein richtiges und genaues Analogmultimeter in meiner Sammlung zu haben. Das gebe ich nicht mehr her...
LG McGyver
